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Welchen Einfluss haben Zinsen?

Zinseinfluss bei Optionen auf Kassainstrumente (Aktien) mit sofortiger Prämienzahlung

Wie bei jedem Termingeschäft müssen bei der Berechnung des Optionspreises Finanzierungskosten (Zinsen) und Erträge (zum Beispiel Dividenden) aus dem Basiswert beachtet werden. Bei Optionen auf Kassainstrumente, wie z.B. Aktien, zahlt der Käufer eines Call zunächst nur die Optionsprämie. Im Vergleich zu einem sofortigen Kauf des Basiswerts und seiner vollständigen Bezahlung zahlt der Käufer dementsprechend deutlich weniger. Das „eingesparte“ Kapital kann er kurzfristig anlegen bzw. er spart Finanzierungskosten, die bei einem sofortigen Aktienkauf entstehen würden. Da der Stillhalter des Call, zumindest theoretisch, den Basiswert zur Lieferung bereit halten muss, hat er demzufolge kein freies Kapital zur Anlage. Dieser Nachteil wird durch einen Preisaufschlag im Optionspreis berücksichtigt.

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Grundsätzlich lassen sich drei Arten unterscheiden:

Die dargestellten Einflüsse des kurzfristigen Finanzierungskostenzinssatzes auf Calls und Puts gelten im engeren Sinne nur für Optionen auf Aktien bzw. Basiswerte, die am Kassamarkt (Kassainstrumente) gekauft werden können, mit sofortiger Prämienzahlung.
Bei Optionen auf Futures muss der Basiswert nicht finanziert werden. Damit entfällt dieser Einfluss des Zinssatzes auf Calls und Puts. Die zu zahlende Optionsprämie stellt aber hier in jedem Fall einen zusätzlichen Kostenfaktor gegenüber dem Erwerb des Future dar. Um dies auszugleichen, werden die Optionspreise bei steigenden Zinsen reduziert.
(Future-Style-Optionen, z.B. alle Eurex-Optionen auf Futures) Bei diesen Optionen entfällt der Einfluss des kurzfristigen Zinssatzes auf den Optionspreis völlig. Die Optionen werden im Gegensatz zu Optionen auf Futures mit klassischer sofortiger Prämienzahlung nicht billiger, wenn die Zinsen steigen.

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