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Was ist eine Hedge-Ratio?

Nach der Korrelationsanalyse, die klärt, ob sich der Future als Gegenposition zur Kassaposition überhaupt zur Absicherung eignet, ist als Nächstes zu ermitteln, wie viele Futures-Kontrakte dabei benötigt werden (Hedge Ratio). Grundsätzlich spielen folgende Größen eine Rolle:

  • Umfang der Kassaposition
  • Kontraktgröße des Future
  • Preissensitivität der Kassaposition
  • Preissensitivität der Futures-Position

Hedge Ratio = Absicherungsverhältnis = Anzahl der eingesetzten Futures

Vernachlässigt man mögliche unterschiedlich starke Preisschwankungen zwischen Future und Kasse, so ist die Berechnung der Hedge-Ratio einfach.

Beispiele für einfache Hedge Ratios:

Hedge Ratio  =  Nominalwert Anleihen
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Kontraktwert Future nominal

Beim nominalen Hedge wird der Nominalwert der Anleihen im Depot durch die Kontraktgröße des vorher gewählten Future geteilt. Je nach Laufzeit der Anleihen bzw. Korrelationsanalyse kommt bei deutschen Anleihen der Euro-Schatz-Future, der Euro-Bobl-Future oder der Euro-Bund Future zum Einsatz. Auf eine genauere Analyse der unterschiedlichen Preissensitivität der abzusichernden Anleihen und des Future wird verzichtet.

Vorteile: leichte Errechnung
Nachteil: nicht exakt, insbesondere bei großen Depots

Hedge Ratio  =  EUR 1.000.000  =  10 Kontrakte
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EUR 100.000

 Bei einem Short-Hedge werden zehn Kontrakte des Futures verkauft. Bei einem Long-Hedge werden zehn Kontrakte gekauft.

Hedge Ratio  =  Wert des Aktiendepots
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Indexstand* x Indexmultiplikator

Beim einfachen Hedge wird der Wert des Aktiendepots zu dem Wert eines Futures-Kontrakts ins Verhältnis gesetzt.

* Index je nach Aktiendepot bzw. festgestellter Korrelation des Depots.

Beispiel:

Wert des Aktiendepots DAX-Aktien: EUR 2.475.000
Indexstand DAX: 9.000
Indexmultiplikator DAX-Future: EUR 25
Hedge Ratio  =  EUR 2.475.000  =  11 Kontrakte
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9000 x 25

Hedge Ratios mit Anpassungen:

Hedge Ratio  =  MarktwertAnleihen x KFCTD  x  MDAnleihen
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KursCTD x 1.000 MDCTD
CTD = Cheapest to deliver
KF = Konvertierungsfaktor
MD = Modifizierte Duration

Um die unterschiedliche Preissensitivität (Kursempfindlichkeit bei Änderungen der Marktrendite) der abzusichernden Anleihen und des Futures zu ermitteln, kommen mathematische Kennzahlen zum Einsatz, die die Preisempfindlichkeiten bei Zinsveränderungen schätzen (Modifizierte Duration).

Die Preisempfindlichkeit der abzusichernden Anleihe bzw. des abzusichernden Anleihedepots (MD Anleihen) – gemessen an der modifizierten Duration - wird hierbei mit der Preisempfindlichkeit der CTD - gemessen an ihrer modifizierten Duration - verglichen.

Beispiel:

MDAnleihen  =  7,5  =  1,07
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MDCTD 7

Weil die Anleihen im Portfolio zinsempfindlicher sind, müssen 1,07 mal mehr Futures verkauft werden, um das Portfolio abzusichern.

Hedge Ratio  =  Wert des Aktiendepots x Portefeuille-Beta
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Indexstand x Indexmultiplikator

Beim Beta-Hedge wird dem individuellen Risiko des Aktiendepots durch den Einbezug des Portefeuille-Betas Rechnung getragen. Das Portefeuille-Beta misst, in welchem Maße das Aktiendepot bei allgemeinen Kursschwankungen stärker oder schwächer reagiert als der Index, mit dem das Portefeuille verglichen wird.

Ausführliche Informationen zum Portefeuille-Beta und zum Beta-Hedge erhalten Sie auf den nächsten Seiten.

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