Aktuelle Seite: HomeFuturesHandel und MarginingWelche Margin-Anforderungen gibt es bei Futures?

Welche Margin-Anforderungen gibt es bei Futures?

Bei allen Geschäften, bei denen die Erfüllung des Geschäfts erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, gehen sowohl der Käufer als auch der Verkäufer das Risiko ein, dass der Vertragspartner in der Zukunft seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann.

In einem direkten Termingeschäft zwischen dem Käufer und dem Verkäufer – ohne dass das Clearing-Haus einer Börse Vertragspartner beider Seiten wird – werden der Käufer und Verkäufer Sicherheiten für die möglichen Preisschwankungen des Handelsguts bis zur Erfüllung voneinander verlangen.

In der Praxis werden viele OTC-Derivate heutzutage wie Börsengeschäfte über Clearing-Häuser abgewickelt. Umfangreiche Dienstleistungen bietet in diesem Zusammenhang Eurex Clearing mit EurexOTC Clear an. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Bei einem Börsengeschäft verlangt das Clearing-Haus – für Eurex Exchange die Eurex Clearing AG – von beiden Parteien Sicherheiten. Im engeren Sinne verlangt die Eurex Clearing AG Sicherheiten nur von ihren Clearing-Mitgliedern. Sie berechnet die Sicherheitsanforderungen (Margins) jedoch für alle Börsenteilnehmer.

Die Sicherheiten müssen jedoch nicht den gesamten Zeitraum bis zur Erfüllung des Geschäfts abdecken, sondern einen viel kürzeren Zeitraum, da die an der Börse gehandelten Futures und Optionen täglich gehandelt werden können. Mit anderen Worten: Durch die Glattstellungsmöglichkeit können sich Käufer und Verkäufer jederzeit von ihren Risiken befreien. Dies ist bei außerbörslichen Termingeschäften nicht immer möglich.

Den Sachverhalt verdeutlicht folgende Grafik:

Sowohl für Optionen als auch für Futures werden Margins für die erwarteten Schwankungen des Basiswerts erhoben. Die erhobene Margin wird Initial Margin genannt, weil sie vor Eingehen der Position – initial - hinterlegt werden muß. Sie soll die potenziellen Verluste ausgleichen, die bei veränderten Preisen der Termingeschäfte auftreten können. Die Höhe der Margin-Anforderungen wird von der Eurex Clearing AG täglich neu festgelegt. Sie kann auch kurzfristig innerhalb des Tages oder aufgrund bevorstehender Ereignisse neu bestimmt werden.

Eurex Clearing berechnet die Initial Margin nach der Eurex Clearing Prisma-Methode. Das ebenfalls genutzte Risk Based Margining-System wird schrittweise ersetzt.

Prisma steht für „Portfolio Based Risk Management Method“. Bei dieser Methode erfolgt die Margin-Anforderung nicht auf der Basis einzelner Produkte, wie dies im Risk Based Margining-System der Fall war. Vielmehr werden das Risiko und damit die Margin-Anforderung eines Clearing-Teilnehmers für bestimmte Produktgruppen (sogenannte „Liquidations Groups“) ermittelt. Der angenommene Zeitraum für eine Glattstellung einer Liquidation Group beträgt hierbei drei bis fünf Tage. Beispiel: Alle Aktienprodukte (z.B. Aktienoptionen, Single Stock Futures, Aktien etc.) werden in eine Liquidation Group zusammengefasst und es wird die Margin-Anforderung für dieses Portfolio für potenzielle Preisveränderungen des Portfolios berechnet. Grundlage der Berechnung ist eine historische Simulation, bei der das gegebene Portfolio mit verschiedenen historischen Szenarien bewertet wird.

Im Risk Based Margining-Verfahren (RBM) legt Eurex Clearing für jedes Produkt auf Grundlage der historischen Preisschwankungen seines Basiswerts einen Margin-Parameter fest, der für eine Preisschwankung von einem Tag berechnet ist.

Die aktuellen Margin-Parameter finden sie hier.

Weitere Informationen zum Eurex Risk-Based-Margining finden Sie ebenfalls auf der Eurex Homepage. Eine ausführliche Beschreibung des Eurex Risk-Based-Margining liefert die Broschüre Risk-Based-Margining.

Möchten Sie Ihre aktuellen Margin-Anforderungen für Futures- und Optionspositionen berechnen, so können Sie jederzeit den Eurex MarginCalculator nutzen.

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