Aktuelle Seite: HomeFuturesDefinition und BesonderheitenWelche anderen Besonderheiten weisen Futures gegenüber Forwards auf?

Welche anderen Besonderheiten weisen Futures gegenüber Forwards auf?

Futures sind:

  • standardisiert
  • werden an der Börse gehandelt
  • werden selten effektiv erfüllt (überwiegend Glattstellung)
  • werden über ein Clearing-Haus abgewickelt, das das Erfüllungsrisiko bei Futures ausschließt, indem es vom Käufer und Verkäufer u.a. Sicherheiten verlangt
  • werden durch einen täglichen Gewinn- und Verlustausgleich stets an die Preisentwicklung angepasst, so dass sich Verluste nicht akkumulieren können

POE02010050
Während bei Forwards die Sicherheitenstellung und -berechnung traditionell individuell zwischen den Handelspartnern erfolgt, indem beide das gegenseitige Bonitätsrisiko sowie die potenziellen Preisveränderungen des Basiswerts schätzen müssen, legt bei Futures das Clearing-Haus die Höhe und Form der Sicherheiten fest.

individuelle Bonitätsprüfung und Sicherheitenstellung.
Clearing-Haus berechnet die Margin-Anforderungen.
Das Clearing-Haus garantiert ihren Vertragspartnern die Erfüllung der Geschäfte.

In der Praxis werden viele OTC-Derivate heutzutage wie Börsengeschäfte über Clearing-Häuser abgewickelt. Umfangreiche Dienstleistungen bietet in diesem Zusammenhang Eurex Clearing mit EurexOTC Clear an. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

 Während bei Forwards der Gewinn und Verlust traditionell zwischen den Marktteilnehmer erst bei Erfüllung des Geschäfts bei Laufzeitende berechnet wird (bzw. zu diesem Zeitpunkt die Geschäfte erfüllt werden und Gewinne/Verluste auftreten), werden bei Futures Gewinne und Verluste täglich berechnet (vorweggenommene Erfüllung).

POE02010050a

*Auch hier gilt: Da OTC-Derivate in der Praxis heute vielfach über Clearing-Häuser abgewickelt werden, wird auch bei ihnen i.d.R. eine tägliche Anpassung der Margin-Anforderung vorgenommen. Die Gewinne und Verluste werden jedoch nicht unbedingt in bar zwischen den Marktteilnehmern ausgetauscht. Der tägliche Gewinn- und Verlustausgleich reduziert das Risiko auf die Preisveränderung eines Tages. Damit müssen Sicherheiten auch nur für die vom Clearing-Haus bis zum nächsten Tag geschätzten Preisschwankungen oder für einen vom Clearing-Haus vorgegebenen anderen kurzen Zeitraum erhoben werden, den das Clearing-Haus als angemessen erachtet. Angemessen kann ein etwas längerer Zeitraum sein, in dem es dem Clearing-Haus möglich ist, im Falle eines Ausfalls eines Clearing-Mitglieds die offenen Handelspositionen des Clearing-Mitglieds abzuwickeln.

Geringere Sicherheiten:
Dieser Vorgang ist logisch, denn das Clearing-Haus hat keine Information darüber, wie lange ein Marktteilnehmer seine Position hält bzw. wann er sie glattstellt. Sicherheiten für die gesamte Laufzeit des Futures zu nehmen, wäre bei täglicher Glattstellungsmöglichkeit sicher zuviel.

Zum Seitenanfang